Fördert Fernsehen die kindliche Sprachentwicklung?
Kinder, die regelmäßig länger als 3 Stunden pro Tag fernsehen oder Computer spielen, haben ein deutlich schlechteres Sprachverhalten als Kinder, die weniger als 1 Stunde oder gar nicht fernsehen.
Als Risikokinder wurden alle diejenigen eingestuft, die mehr als 1 Stunde pro Tag vor dem Fernseher oder Computer verbringen. Bei diesen lagen die Ergebnisse der sprachlichen Fähigkeiten erstaunlich weit auseinander.
Nun stellte man sich die Frage, ob evtl. die Auswahl der Programme einen Einfluss auf die Sprachentwicklung hat. Und tatsächlich schnitten die Kinder besser in den Sprachtests ab, die pädagogisch wertvolle Sendungen wie „Löwenzahn“, „Wissen macht Ah“, „Willi will`s wissen“ oder ähnliches sehen. Bei genauerem Untersuchen stellte man jedoch fest, dass die Kinder, die ohnehin schon eine bessere Sprachkompetenz hatten, sich vorrangig Wissenssendungen auswählten, und der Schluss nicht anders herum gezogen werden kann.
In jedem Fall empfiehlt es sich, den Fernseher nicht als Babysitter zu nutzen, sondern ein Auge auf das Programm zu haben, welches die Kinder sehen. Am Besten ist es, gemeinsam zu schauen und anschließend darüber zu sprechen.
In unserer Praxis liegen immer einige kostenfreie Exemplare der aktuellen „Flimmo“. Eine Programmzeitschrift, die Empfehlungen gibt, was pädagogisch sinnvoll erscheint und wann der Fernseher lieber ausgeschaltet bleiben sollte.